| Titel: Fluechtlinge des Lagers Oldenburg/Blankenburg treten in Streik, Demo in Oldenburg am Freitag |
| Am letzten Wochenende fanden „Anti-Lager-Aktionstage“ vor dem Flüchtlingslager Oldenburg/Blankenburg statt. Das Lager ist sozusagen die Hauptstelle der Außenstelle des Abschiebelagers Bramsche-Hesepe. An den Aktionstagen beteiligten sich auch viele Flüchtlinge, darunter BewohnerInnen der Lager Oldenburg/Blankenburg und Bramsche-Hesepe. Offiziell heißen die Lager ZAAB (Zentrale Aufnahme- und Ausländerbehörde). In den Diskussionsrunden berichteten Flüchtlinge über die schlechten Lebensbedingungen in den Lagern, über die Schikanen der Behörden im Alltag und bei der Durchführung des Asylverfahrens. Sie berichteten auch davon, daß es immer wieder Proteste gegen die unmenschlichen Bedingungen gibt und daß sie gewillt sind, diese Proteste zusammenzuführen und Widerstand zu organisieren. Dafür forderten sie auch die Unterstützung von Menschen außerhalb des Lagers ein. Drängende Probleme des Alltags sind für die BewohnerInnen vor allem die Versorgung mit Essen, fehlende Geldmittel und mangelnde medizinische Leistungen. Am Mittwoch, den 4. Oktober folgte nun die erste organisierte Aktion, die in den nächsten Tagen weiter geführt werden soll. Die Flüchtlinge rufen für Freitag, den 6. Oktober zu einer Demonstration in der Innenstadt von Oldenburg auf, um ein weiteres Mal den Protest in die Stadt bringen. Die Demonstration startet um 14 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Im Folgenden die Pressemitteilung aus Oldenburg: Pressemitteilung Flüchtlinge im Lager Blankenburg sind am 04.10.06 in Streik getreten Am Mittwochmorgen haben in der ZAAB Oldenburg 200 Menschen vor dem Sozialamt und der Essensausgabestelle gegen ihre unwürdigen Lagerbedingungen demonstriert. Sie sind jetzt in den Streik getreten und verweigern das schlechte Lageressen, sowie die Ausführung der Ein–Euro-Jobs. Das Lager-Essen ist vitaminarm, was zu Krankheiten und Mangelerscheinungen führt. Viele Menschen im Lager gehen schon lange nicht mehr in die Kantine, sie haben im Monat nur 38,18 Euro zur Verfügung um sich eigene Lebensmittel zu kaufen. Viele erhalten überhaupt kein Bargeld mehr. Sie fordern unter anderem Geldleistungen, um sich ihre Lebensmittel selber kaufen zu können und die Möglichkeit selber zu kochen. Die Lagerleitung reagierte auf die friedliche Demonstration mit einem massiven Polizeiaufgebot. Eine schwangere Frau wurde mit Pfefferspray angegriffen und mußte ärztlich behandelt werden. Die Flüchtlinge boten dem Lagerleiter Herrn Lüttgau an, die Demonstration zu beenden, wenn er bereit sei von dem Essen zu kosten. Dies tat er nicht. Des Weiteren forderten die Menschen aus Blankenburg eine medizinische Versorgung, die Krankheiten auch behandelt. Bisher bekommen die Flüchtlinge zumeist das Schmerzmittel Paracetamol, egal um welche Krankheit es sich handelt. Die Flüchtlinge protestieren ebenso gegen die unmenschliche Behandlung der Lagerbehörden, die häufig mit rassistischen Äußerungen und bürokratischen Maßnahmen die LagerbewohnerInnen schikanieren. Gegen diese unwürdigen Lagerbedingungen sind die Flüchtlinge nun in Streik getreten und rufen zu einer Demonstration am Freitag, den 06.10.06, um 14 Uhr in Oldenburg vor dem Bahnhof auf. Wir laden alle Menschen ein sich mit den Forderungen zu solidarisieren und gegen das Lager in Blankenburg zu demonstrieren! 3 Menschen, die sich von außerhalb mit den DemonstrantInnen solidarisierten, sind mit Hausverbot bestraft worden, worauf eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch folgen soll. Andere Besucher sind gar nicht in die ZAAB hereingelassen worden. Die Lagerleitung scheut sich vor der Öffentlichkeit, die die unhaltbaren Zustände im Lager offen legen könnte. Antirassistisches Plenum Oldenburg C/O Hermannstraße 83; 26135 Oldenburg Email: antira-ol@web.de |